Lexware Büro Easy 2015: So war’s in der Praxis

Anfang des Jahres hab ich hier das Steuer- und Buchhaltungsprogramm Programm Lexware Büro Easy 2015 vorgestellt. Eignet es sich für mich und mein kleines Unternehmen? Hier kommt also endlich mein Fazit nach meinem Praxistest.*sponsored post

Gleich zu Beginn des Jahres bin ich voller Elan daran gegangen, die neue Software kennenzulernen und mich damit vertraut zu machen. Meine erste Beschäftigung mit Büro Easy 2015 hatte mich eigentlich schon überzeugt: Ich wollte meine Buchhaltung auf Lexware umstellen.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Es ist beim Vorsatz geblieben. Zwar reizt mich nach wie vor der Gedanke, all meine Kunden säuberlich erfasst zu haben und die Software so in gewisser Weise auch fürs CRM zu nutzen. Davor hat der liebe Gott aber das Tun gesetzt. Die Erfassung aller relevanten Daten und Fakten wäre für mich ein unglaublicher Aufwand gewesen. Ich hatte zwar motiviert begonnen, es dann aber nicht durchgehalten.

Welche der vielen Schublade ist passend für mich?

Schubladen

Lexware Büro Easy 2015 ist zwar extrem vielseitig und flexibel, aber ich fürchte, ich hab keinen Modus für mich gefunden, wie ich meine Dienstleistungen in die vorgegebenen Schubladen fülle. Für die Rechnungen sollte ich immer einzelne Artikel/Produkte  anlegen. Ich habe aber oft gar keine Artikel – und auf gar keinen Fall hab ich standardisierte Produkte. Meine Rechnungen sehen je nach Kunde immer wieder anders aus. Manchmal berechne ich nach Zeit, dann wieder sind es Pauschalen, die ich in Rechnung stelle, oder die Textlänge entscheidet über die Höhe der Rechnung. Manchmal sind es in einer Rechnung auch viele verschiedene Berechnungsarten gleichzeitig. Ich war im Vorfeld eigentlich ziemlich sicher, dass Lexware Büro Easy das kann und vermutlich geht das auch – aber ich hab nicht herausgefunden, wie ich das am besten für mich löse. Und zwar so löse, dass ich auch den Aufwand dafür vertreten kann.

Ich muss also meinen ersten Eindruck revidieren. Dachte ich anfangs, Lexware sei die perfekte Buchhaltungssoftware für mich, so muss ich jetzt sagen: Die Software ist zwar für kleine und mittelständische Unternehmen gedacht – aber für Freiberufler wie mich, die seit 20 Jahren eine – nennen wir es sehr flexible *g  – Buchhaltung betreiben, ist es dann doch noch zu voluminös. Klar wäre es schön, wenn man alle Kunden, alle Rechnungen, alle Daten in dieser Software gesammelt hätte. Und auch die Chefübersicht find ich wirklich praktisch. So einen chicen Überblick hab ich bisher nämlich nicht. Aber der Weg dahin, der war mir einfach zu lang. Und dafür kann noch nicht mal Lexware was. Das ist eher mein persönliches Zeitproblem und auch eine Sache der Prioritäten. Ich hab ja auch bisher meine Steuerdinge immer irgendwie geregelt. Das klingt jetzt wenig professionell, aber bei Licht besehen, ist meine selbstgestrickte Lösung gar nicht so schlecht und vor allem komplett praxisorientiert. Schließlich ist sie aus meinem Alltag heraus entstanden.

Kleine Extras wie die Erinnerung an Abgabetermine und Umsatzsteuervoranmeldungen sind zwar nett, brauch ich aber auch nicht. Dafür hab ich meine Kontakte in den sozialen Netzwerken. Dort wurde ich noch immer rechtzeitig an die Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldung erinnert. Und für die Einkommensvorauszahlung nutze ich die Terminierfunktion meines Online-Bankings.

Zu groß für mein kleines Unternehmen

Kleiner Spatz sitzt im Kanonenrohr

Urheberrecht: / 123RF Stockfoto

Insgesamt ist das Programm sehr übersichtlich gestaltet und recht intuitiv bedienbar. Aber es verlangt für meinen Geschmack zu viele Daten, die in meinem Geschäftsalltag einfach nicht vorkommen: Meine Kunden haben keinen Nummern, sondern Namen. Ich hab keine EU-Warenbewegungen und noch nie hab ich eine Liefersperre verhängt.

Die Software ist allumfassend und sicher für alle Unternehmensarten gerüstet. Aber genau das hat mich schlicht abgehalten, mich mit ihr anzufreunden. Mit Kanonen auf Spatzen… So sehr es mich anfangs gereizt hat, so sehr hab ich gemerkt: Ich brauch all das nicht. Ich erfasse einfach meine Ein- und Ausgaben. Den Rest macht der Steuerberater.

Ich  hoffe, es wurde deutlich, dass dies ein sehr persönliches Fazit ist. Nicht die Software ist das Problem, sondern ich brauche einfach keine neue Lösung. Büro easy selbst ist ein sehr vielseitiges und allumfassendes Programm und als solches ist es sicher sehr hilfreich, aber es ist leider nichts für mich. Dass andere Freiberuflerinnen und Textarbeiterinnen das ganz anders sehen, zeigt zum Beispiel dieser Bericht meiner Kollegin Eva Schumann.

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