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Vom Wert einer guten Suchmaschinenplatzierung

Was passieren kann, wenn ein Dienstleister eine technisch bessere Website hat als sein Kunde, habe ich gerade erlebt. Ich erhielt eine Email, die ich spontan fast ins Nirwana befördert hätte, weil ich dachte: Spam. Oder Virus. Absender ein türkischer Name mit Hotmail-Account. Anhang: ein Worddokument. Betreff: Bewerbungsunterlagen.
Inhalt: Sehr geehrte Damen und Herren, anbei erhalten Sie meine Bewerbungsunterlagen. Mit freundlichen Grüßen, XXXX

Irgendeinem Impuls folgend hab ich doch den Anhang geöffnet. Und siehe da – kein Virus, sondern tatsächlich die Bewerbung einer jungen türkischen Frau um einen Job als Produktionshelferin. Ein Blick auf die Adresse und alles war klar.

Adressat ist ein Unternehmen, für das ich mal getextet habe, das also in meinen Referenzen auftaucht. Wenn man den Unternehmensnamen googelt, landet man bei mir. Platz eins. Das Unternehmen selbst findet man auch nach seitenlangem Scrollen und Weiterklicken gar nicht.

Die URL ist nicht identisch mit dem Unternehmensnamen und offenbar ist die Website auch nicht so optimiert, dass der Unternehmensname von Google gefunden wird. Suboptimal ist ziemlich geschönt ausgedrückt. Aber vielleicht wollen sie auch nicht gefunden werden.

Und nun soll keiner denken, es handele sich um irgendein Kleinunternehmen. Ich fände das alles viel weniger bemerkenswert, wenn es sich nicht um einen Produzenten wirklich namhafter Lebensmittelprodukte handeln würde, die vermutlich viele kennen und schon gegessen haben. Ein Markenunternehmen.

Ich hab der jungen Frau geantwortet und ihr die richtige Web- und Email-Adresse geschickt. Nun drück ich die Daumen und wünsche ihr, dass sie den Job bekommt.