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Das war mein Urlaub

“Was hast du eigentlich im Urlaub gemacht?”

Ich? Gelesen! Und ständig meiner Familie erzählt, dass ich ganz stolz bin. Weil ich nur Bücher von Autorinnen dabei hatte, die ich kenne.

Das erste Buch war der zweite Krimi von Lisa Graf-Riemann. Die Lektüre war längst überfällig, schon lange lag das Buch bei mir und wartete darauf, gelesen zu werden. Und so stürzte ich mich begierig darauf und versank schon sehr bald sehr tief im Donaugrab. Was für ein tolles Buch. Ein “ganz normaler” Krimi, aber diese Sprache!!

Der Mond ist ein blasses Stück Apfel.

Hach.

Die schöne Leich hatte ich ja schon begeistert gelesen, aber Donaugrab ist noch um Längen besser. Eine Frage ist offen geblieben - hab ich das überlesen, oder kommt der pädophile Lehrer etwa ungestraft davon? Wie auch immer - Krimifreunde sollten sich die Bücher von Lisa Graf-Riemann mal ansehen. Wer sich vorher noch genauer informieren möchte, dem seien längst erschienene Rezensionen empfohlen. Zum Beispiel die meiner Kollegin Birgit Schmidt-Hurtienne. Ihr Urteil zum Donaugrab unterschreibe ich Wort für Wort.

Tag drei meiner Tage in Griechenland begann noch vor dem FrühSpätstück mit Luftkurmord von Elke Pistor. Ich begab mich also vom oberbayrischen Ingolstadt in eine Region, die mir wesentlich vertrauter und deshalb näher ist. Luftkurmord ist ein Eifel Krimi. Aber das spielt überhaupt keine Rolle. Denn es ist alles andere als “nur” ein Regio-Krimi. Es ist eine spannende Geschichte, sprachlich anregend erzählt und auf verschiedenen Zeitebenen intelligent miteinander verknüpft. Ist es eigentlich gerade modern, Bücher so zu konzipieren und in zwei verschiedenen Schriftarten zu setzen? Begegnet mir derzeit häufiger.

Wie auch immer - Luftkurmord ist perfekte Krimiunterhaltung, die obendrein noch in längst vergangene Schultage entführt. Denn wer erinnert sich nicht an “Die drei Spatzen” von Christian Morgenstern? Ich zumindest hatte das “Vergnügen” und musste dieses Gedicht auswendig lernen.

Wer nicht nur Krimifan ist, sondern wessen Herz beim sprichwörtlichen Catcontent auch stets höher schlägt, für den ist Luftkurmord übrigens auch die richtige Wahl. Die Katze heißt Hermann, stört aber nicht besonders. Also auch dann nicht, wenn man Catcontent eher nervig findet. ;-)

Kritik? Ja, die hab ich auch. Ich fand das Verhalten von Kai Rokke unglaubwürdig. So schnell küsst kein Mensch eine fremde Frau. Schon gar nicht, wenn man so durchgeknallt ist, wie dieser Rokke. Er allein ist es schon wert, dieses Buch zu lesen. Und dann hab ich mich noch gewundert über die Lage des Wohnhauses von Birgit. Das schien mir doch eher groß und nobel zu sein. Und das liegt in der Dreibornerstraße? Ich kenne Gmünd nicht, aber diese Straße wurde doch als Geschäftsstraße im Ort beschrieben. Und da stehen solche Häuser? Na ja, das ist jetzt Korinthenkackerei und tut dem Lesegenuss keinen Abbruch. Aber ich bin halt drüber gestolpert.

In jedem Fall ist Elke Pistor für mich eine neue Entdeckung. Luftkurmord war ganz sicher nicht mein letztes Buch von dieser Autorin.

 


Und dann am Tag fünf - endlich! Zimtzuckerherz!

Ich gebe es zu - normalerweise hätte ich dieses Buch sicher nicht gekauft. Aber dieses hatte ich sogar schon vorbestellt lange bevor es erschienen ist. Denn Zimtzuckerherz ist von Heike! Von meiner Textinenkollegin Heike Abidi. Ich hab schon bei ihr in der Küche gesessen und auch schon so manchen Wein mit ihr getrunken. Ich weiß ganz sicher und ganz genau: Heike hat Humor. Und Heike kann schreiben. Und wenn sie antritt, ein Buch zu schreiben, das nach ihrer eigenen Aussage vor allem eines tun soll: Unterhalten - dann kann man sehr sicher sein: dann unterhält es auch.

Und wie. Zimtzuckerherz liest sich weg wie nix, und am Ende guckst du dich suchend um, wo das Buch liegt, in dem es weiter geht. Es ist eine dieser Geschichten, die man immer weiter miterleben möchte. Also ich zumindest hätte noch stundenlang lesen können. Wie es wohl weiter gegangen ist?

Witzig fand ich, dass sich ein paar Texttreff-Insider darin wiederfinden - ich sag nur: Innerer Buchhalter. ;-) Und was gelernt hab ich auch. Ein Leben lang hab ich auf die Frage meines Mannes: “Was soll ich denn anziehen?” geantwortet: Jeans und ein Sakko. Und dabei bin ich gar keine Österreicherin. Denn nur dort heißt es ‘das Sakko’. Sonst sagt man - und das tut auch Heike Abidi im Zimtzuckerherz: Der Sakko. Worüber ich heftigst gestolpert bin. Aber wie gesagt - Unterhaltung bildet. Der Sakko stimmt. Tz. :)

 

Heikes zweites Buch ist bereits angekündigt. Ich werde auch das wieder lesen und freu mich schon jetzt drauf. Es heißt “Wahrheit wird völlig überbewertet” und erscheint im Februar 2013 bei Drömer Knaur.

So - und nach so viel leichter Unterhaltung wurde es jetzt ernst in der zweiten Urlaubswoche: Hirschgulasch Nie im Leben würde ich so was essen. Aber lesen schon. vor allem dann, wenn es von Lisa Graf-Riemann und Ottmar Neuburger geschrieben wurde. Auf dem Rücktitel des Buches steht:

“Rasant, überraschend und voller Lokalkolorit: eine actionreiche und spannungsgeladene Mischung aus Krimi, Gaunerkomödie und Roadmovie.”

Als ich das vor der Lektüre las, dachte ich: Wie soll das denn gehen? Krimi u n d Komödie? Roadmovie? Und das auch noch alles gleichzeitig? Aber es geht. Und zwar sogar kombiniert mit durchaus ernsten Themen wie Tschernobyl und Nationalsozialismus. Hirschgulasch ist auch im Krimiforum bereits besprochen worden. Eine Rezension, die mir vor allem wegen eines Eindrucks im Gedächtnis geblieben ist, den ich sehr teile. Ich dachte ähnlich und mir ging es bei der Lektüre genau so:

“Dieser Spagat ist grandios und es ist absolut fantastisch, wie es dem Autorenduo gelingt, eine spannende Gangsterkomödie mit ernstem Hintergrund zu schaffen, ohne moralinsauer zu werden. Dazu noch grandiose Bilder - wer da nicht sofort an Verfilmung denkt, dem ist nicht mehr zu helfen!”

Was sich mir allerdings bis heute nicht erschlossen hat - warum schreibt der Verlag auf den Rücktitel von “Hirschgulasch” wohl ein Zitat des Donaukuriers zu “Donaugrab”? Auch wenn Donaugrab ebenfalls von Lisa Graf-Riemann geschrieben wurde und im selben Verlag erschien, so ist diese Wahl doch an dieser Stelle schlicht falsch. Nicht jeder potenzielle Hirschgulasch-Käufer weiß im Buchladen gleich, dass Donaugrab von derselben Autorin geschrieben wurde. Änderungspotenzial für die Neuauflage. :)

Nur noch wenige Tage Urlaub sind übrig - aber ich habe Gott sei Dank noch zwei ungelesene Bücher. Ich beginne nun mit dem Erstlingswerk meiner Texttreff-Kollegin Anette Huesmann. Der Titel ist merkwürdig und klingt mir eine Spur zu billig: Die Glut des Bösen. Niemals hätte ich das Buch gekauft, wenn nicht Anette Huesmann drauf gestanden hätte. Der Titel wird auch der Qualität des Buches nicht gerecht. Bei weitem nicht.

Selten zuvor hab ich einen Krimi gelesen, der mir so viel Wissen zu einem bestimmten Thema mitgeliefert hat. Ich war in Griechenland, ohne Internetanschluss, aber ich habe spätestens bei der Lektüre dieses Buches das Netz vermisst. Zu gern hätte ich zwischendurch etliche Dinge zu Hildegard von Bingen nachgeschlagen. Anette Huesmann hat intensiv recherchiert und gerade durch diese Rationen an Faktenwissen motiviert sie, mehr erfahren zu wollen. Gleichzeitig gelingt es ihr aber, den Leser trotzdem in die Geschichte hinein zu ziehen.

Die Glut des Bösen ist ein solider, lebendiger Krimi, nach allen Regeln der Kunst geschrieben und mit leicht überraschender Wendung. Auch wenn Hildegard von Bingen eine Rolle spielt - es ist kein historischer Roman, es ist vielmehr ein Stück Zeitgeschichte. Es geht um Sex. Um Gewalt. Um den Unsinn des Zölibats und auch um unausgesprochene Familienkonflikte. Akteure sind extrem sympathische Menschen, die erfreulich normal sind. Will heißen, Menschen mit Ecken und Kanten. Ein spannendes, ein lesenswertes Buch, das ein sorgfältigeres Korrektorat verdient hätte.

Und schon war er da - der letzte Tag eines wunderbaren Urlaubs auf dem Pilion. Und ein Buch hatte ich noch. Ich fing an zu lesen und ärgerte mich, dass gerade niemand meiner Familie in der Nähe war. Denn die Geschichten von Isabel Bogdan in “Sachen machen” sind derart, dass man sie immer gleich allen Umsitzenden vorlesen möchte. Die kann man nicht lesen und für sich behalten. Das geht gar nicht. Einmal gab ich meiner Tochter das Buch in die Hand und machte sie auf einen Absatz aufmerksam: “Hier lies mal” - das hätte ich nicht tun sollen - für die nächste Stunde war ich das das Buch erst mal los. Sie hatte sich festgelesen.

Und ich? Ich habe ganz fest vor, einen Termin bei einem Osteopathen zu machen, und auch ein Besuch im Nagelstudio steht fest auf meiner To-Do-Liste. Nach Wacken will ich nicht und Reiki brauch ich auch nicht, auf diese Fahrgeschäfte kriegt mich kein Mensch, daran ändert auch Isabel Bogdan nichts. Aber wenn ich das nächste Mal in Italien bin, buche ich auf jeden Fall so einen Weinabend bei vinoroma. Und weil das sicher noch dauert, suche ich @vinoroma jetzt erst mal bei Twitter und folge ihr.

Sachen machen - was ich immer schon tun wollte, weiß ich erst, seitdem ich Isabel Bogdan gelesen habe. Und wer weiß, was da noch alles kommt. Denn ich bin noch nicht durch. 13 Sachen kommen noch. Coole Sache, was für Sachen man alles machen kann. Eine davon heißt Urlaub. Und die sollte man wirklich sehr viel öfter machen. :-)

Biggi Mestmäcker am Sonntag, 29. Juli 2012 | Guckloch Gelesen
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Ich mach ne “Lesung”!

Ja, ich weiß, eigentlich lesen nur Autoren aus ihren Büchern. Aber ich lese eben aus dem Buch von Autoren. :)

Das ist nämlich so, dass ich im Jahresendquiz meiner lieben Kollegin Julia Dombrowski dieses schöne Buch gewonnen habe: 

Hier seht ihr, wie ich gerade zusammen mit anderen als Gewinnerin gezogen werde. Jipppiiih. Natürlich hab ich mich total drüber gefreut. Noch mehr freute ich mich dann, als das Buch bei mir ankam.

Zuerst dachte ich ja: Unnützes Wissen - wer will das wissen? Aber dann hab ich es aufgeschlagen und losgelesen. Coooooool, was man da alles so erfährt. Echt witzig und ja - zum Teil auch skurril.

Nun wollt ihr Beispiele lesen? Nö. Dazu müsst ihr entweder das Buch kaufen oder aber mir auf Twitter folgen oder mit mir auf Facebook befreundet sein.

Ich mach nämlich ab heute ne Social Media Lesung! ;-) Das Buch hat 1374 skurrile Fakten und ich werde euch bestimmt in Zukunft davon erzählen oder sie euch vorlesen. Hashtag #unnuetz Da sind so interessante Sachen darunter - die kann man einfach nicht für sich behalten.

Ungeachtet dessen empfehle ich wirklich jedem die Anschaffung, der gerne mal zwischendurch was liest - ob beim Warten aufs Date, auf’m Klo oder während man mit der Schwiegermutter telefoniert. ;-) Ich hätte vorher echt nicht geglaubt, wie spannend, lehrreich oder lustig unnützes Wissen sein kann. :)

Danke Julia für diesen tollen Gewinn!

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Blogparade “Leseherbst”

Kollegin Sabine Schönberg veranstaltet in ihrem Blog eine Blogparade mit dem Titel “Leseherbst”. Sie möchte von uns wissen: “Welches Buch hat euch gepackt, welchen Roman habt ihr nicht mehr aus der Hand gelegt oder welches Drama konntet ihr kaum zu Ende lesen, weil es so spannend war?

Nun die Teilnahme an dieser Blogparade ist für mich leicht. Das Buch, das mich zuletzt gepackt hat, wie schon lange keines mehr und das ich ohne Unterbrechung in einem Rutsch durchgelesen habe, weil ich es einfach nicht aus der Hand legen konnte, war Schweig still, mein Kind von Petra Busch.

Bild

Und was ich dazu sonst noch zu sagen habe, hatte ich hier bereits aufgeschrieben.

Biggi Mestmäcker am Donnerstag, 11. November 2010 | Guckloch Gelesen
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Gewinnspiel im Autorenexpress

Nessa Altura promotet ihren Autorenexpress und hat sich ein tolles Gewinnspiel ausgedacht. Eines von ganz vielen spannenden Büchern kann man dort gewinnen. Weil ich Krimis liebe, Nessa sehr mag und außerdem der Meinung bin, dass Blogger zusammenhalten und sich gegenseitig unterstützen sollten, mache ich hier sehr gerne auf diese Gewinnspielaktion aufmerksam. Macht doch auch mit und sagt es weiter.

Winnenden. Warum?

solange die erwachsenen so tun, als hätten sie keine ahnung, was in der schule abgeht, wenn sie also verdrängen, wie es bei ihnen war und deshalb ignorieren, was ihre kinder durchmachen, solange wird sich da nichts ändern. und solange fördern erwachsene die kluft zwischen sich und den kids. wir brauchen andere schulen. aber solange es keine anderen erwachsenen gibt, werden wir sie noch nicht mal denken können.

Lesebefehl.

via: Spreeblick

Lesen sollte man dann auch noch hier und hier.

Biggi Mestmäcker am Sonntag, 15. März 2009 | Guckloch Gelesen Trauriges
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Reformation

Ich glaube. Und ja, ich bin auch sicher, dass da irgendwas ist zwischen Himmel und Erde, das wir manchmal nicht erklären können und auch nicht sollten. Und so find ich es schon bemerkenswert, dass ich heute Abend anlässlich des Reformationstages in der Kirche war, nach dem Gottesdienst nach Hause komme, das Notebook anmache, Bloglines anklicke und als erstes über diesen Beitrag stolpere.

Auch wenn das Posting eine Wiederholung ist, ich finde es klasse. 95 Thesen heute und gestern. Zusammen sind’s dann schon 190. Und ich kann beim besten Willen nicht sagen, welche mir am besten gefällt. Jede für sich ist ein Innehalten und Darübernachdenken wert. 

My quote of the day

“Hier ist die Zukunft solange inexistent bis sie zur Gegenwart wird!”

Biggi Mestmäcker am Samstag, 20. September 2008 | Guckloch Gelesen
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Onlinezeit verschwendete Zeit?

Gutes Posting: Twitter-Followerer helfen nicht beim Umzug und Leben ist, wenn man atmet.

Biggi Mestmäcker am Dienstag, 24. Juni 2008 | Guckloch Gelesen Nur so
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Horoskop

Ich hab den Newsletter mit dem TeNo Monatshoroskop erhalten und einmal mehr erstaunt gelesen:

Wann haben Sie zum letzten mal so richtig ausgeschlafen? Falls Sie nun länger überlegen müssen, sollten Sie Ihren Wecker dringend mal wieder ausschalten. Denn Ihr Körper verlangt nach Erholung. Ihre Vitalität ist niedrig, Ihr Regenerationsbedürfnis hingegen hoch. An den Wochenenden ist bestimmt möglich, dem Körper das zu geben, was er braucht. Sagen Sie nötigenfalls private Termine ab oder verschieben Sie sie. In der zweiten Monatshälfte sieht es dann mit Ihrem Energiehaushalt schon wieder besser aus. Denn Sie erholen sich erstaunlich schnell. Ganz gemäß Ihrer Jungfrauen-Art: was Sie machen, machen Sie eben gründlich!

Ich frag mich ehrlich, lieber Holger, woher weißt du das? Ich hab - so denke ich - wirklich nix so dringend nötig, wie ein bisschen Erholung. Weshalb ich auch heute gleich mal bis 10 Uhr geschlafen habe. :-)

Biggi Mestmäcker am Sonntag, 01. Juni 2008 | Guckloch Gelesen Nur so
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Bonmot

Das sollte man sich ausdrucken. Wirklich.

Biggi Mestmäcker am Donnerstag, 01. Mai 2008 | Guckloch Gelesen Sprüche
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