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Tipp für Krimifreunde: Unschuldsengel von Petra A. Bauer

Jetzt wird es aber Zeit, dass ich endlich, endlich erzähle, dass Kappes neunter Fall mein erster Fall war, den ich gelesen habe. Das allein ist ja vielleicht noch nichts Besonderes.

Aber dass der Krimi Unschuldsengel von Petra A. Bauer das erste Buch ist, dass ich in diesem Jahr mitten im Alltag ohne Freizeit, Urlaub, Wochenende oder so gelesen habe, das ist etwas Besonderes. Denn normalerweise hab ich im Alltag für Belletristik überhaupt keine Zeit. Oder anders ausgedrückt, ich nehme mir diese Zeit nicht.

Cover Unschuldsengel

Bei Unschuldsengel war das anders. Das Buch kam mit der Post, ich hab’s aufgeschlagen, die ersten Seiten gelesen und dann nicht mehr aufgehört.

Der Verlag wirbt mit:

Die Kultkrimis um Kommissar Kappes Berlin im frühen 20. Jahrhundert - Hochspannung vor authentischem historischen Hintergrund.

Nun, Kult war das Buch für mich bis dato nicht, wie gesagt, Kappe-Premiere, aber das mit der Hochspannung ist ganz sicher nicht übertrieben. Schon am Ende des nur zwei Seiten kurzen ersten Kapitels ist man mitten drin. Und kommt nicht mehr raus, bis man das Buch durchgelesen hat.

Ich fand Unschuldsengel extrem spannend und auch besonders kurzweilig. Das mag am geschickten Kapitelaufbau liegen, ich gehöre zu den Lesern, die die Abwechslung lieben. Im Unschuldsengel wechselt die Szenerie so oft, dass selbst ich manchmal einfach noch gerne an dem einen Ort geblieben wäre, aber schon wieder an den nächsten entführt werde. Also liest man weiter, um möglichst schnell wieder an den ursprünglichen Ort zurückzukehren. Ich glaub, das nennt man einen perfekten Spannungsbogen. :-)

Erstaunt und auch aus fachlicher Sicht als “ebenfalls-Schreiberin” beeindruckt hat mich die Tatsache, wie man mit kleinen Mitteln Lokal- und Zeitkolorit herstellen kann. Zeigt es doch gleichzeitig, welche Macht Wörter haben. Das richtige Wort zur richtigen Zeit versetzt einen um Jahrzehnte zurück oder sogar vom Niederrhein in die Haupstadt. Angereichert mit Ereignissen jener Tage und schon fühlte ich mich mitten in den zwanziger Jahren.

Ach so, vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass Kommissar Kappe in diesem Buch einen Serienmord aufzuklären hat. Die Beschreibung der Morde ist übrigens nichts für zart besaitete Seelen… Die Situationen sind sehr hautnah beschrieben und so manches Mal möchte man der Protagonistin Mina zurufen: Nein, tu’s nicht. Geh da jetzt nicht rein. Lass die Finger von dem Kerl.

Gerne verweise ich an dieser Stelle auf eine weitere Rezension, die mir gut gefallen hat und die vieles von dem sagt, was ich ja nun dank Link hier nicht noch einmal wiederholen muss.

Bleibt noch zu sagen, dass mir der Seriencharakter gut gefallen hat und die Nebenschauplätze im Privatleben des Kommissars durchaus auch ihren Reiz haben. Die Figur des Kommissars wandelt sich im Laufe des Romans und man ist gespannt, wie sich das nun weiter entwickelt in seiner Familie und ich frag mich schon, ob Gattin Klara im neuen Haus glücklicher werden wird.

Will heißen, der neunte Fall war mein erster, aber den zehnten werde ich auch lesen, sobald er erschienen ist. Kappes elfter Fall wird - so hörte ich - wieder von Petra A. Bauer geschrieben werden und auch dieses Buch ist schon so gut wie bestellt. Also ihr Autoren im Jaron Verlag - macht mal hinne. :-)

Mein persönlicher Tipp für die Urlaubslektüre:

Kappes neunter Fall von Petra A. Bauer
Broschur, 208 Seiten
Format: 12 x 19 cm
(2009)
ISBN 978-3-89773-602-3
Preis: 7,95 EUR

Wer mehr über die Berliner Autorin erfahren möchte - sie hat eine umfangreiche und lesenswerte Website und begleitet ihren Alltag auch in einem Weblog.

Biggi Mestmäcker am Freitag, 17. Juli 2009 | JobBlog Lesestoff
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