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Taube Nuss

Hör mir doch mal zu! sagte meine Tochter. Und zum zigsten Male musste ich sagen: Tut mir Leid, aber ich hab dich nicht verstanden. Kannst du bitte lauter reden? Zuerst dachte ich ja, es sei die Erkältung. Der Kopf saß zu, alles war dicht, also hört man auch schon mal schlecht. Mittlerweile ist die Grippe aber wirklich langsam vorbei, nur das Matschohr ist immer noch da.

Erfreulich - es tut nicht mehr weh. Unerfreulich - es ist komplett taub. Ich höre zur Zeit rechts nichts. Langsam gewöhne ich mich sogar daran. Anfangs knackte es noch hin und wieder und dann war wieder wenigstens so ein dumpfes Hörerlebnis da. Aber seit gestern ist komplett Hängen im Schacht.

Da machte mich doch heute morgen heute diese Meldung ziemlich nachdenklich:

Jeder sechste Deutsche leidet unter behandlungsbedürftigen Hörstörungen
Mehrere Millionen Deutsche leiden nach Einschätzung der DGA (Deutsche Gesellschaft für Audiologie) unter schweren unbehandelten Hörstörungen. Nur ein Bruchteil der Betroffenen nutze Hörgeräte, die - anders als die Brille - immer noch starke Imageprobleme hätten.

(komplett lesen?)Also ich hätte weder ein Image- noch sonst ein Problem mit einem Hörgerät. Aber ich fänd das trotzdem lästig.

Bisher ging ich ja davon aus, das ist Erkältung, das vergeht schon wieder. Aber heute morgen hab ich dann doch mal beim HNO angerufen, geschildert und gefragt. Er sagte, kann Erkältung sein, muss aber nicht. Ob ich Stress hätte? Könnte auch Hörsturz sein. Längst nicht jeder Hörsturz ginge mit Gleichgewichtsproblemen einher. Na, dat fehlt mir noch… Und natürlich sagte er, was ich erwartet hatte - ich soll vorbei kommen. Juut, sach ich. Mach ich. Sobald ich Zeit hab. Und hab prophylaktisch einen Termin für die nächste Woche gemacht.

Jetzt warte ich erst mal ab, behandele weiter mit Rotlicht und Globuli und gehe erst mal weiter von einem Paukenerguss aus. Langfristig aber will ich das schon wieder wegkriegen. Idealerweise natürlich ohne Hörgerät… aber kurzfristig ist es manchmal auch nicht schlecht, nicht immer alles zu hören. Diees ständige “Mamaaaa” oder dieses “Kannst du mal eben…”

Man kann sich schneller ans schlechte Hören gewöhnen als die Umgebung lernt, lauter zu sprechen. ;-))

Biggi Mestmäcker am Montag, 28. Februar 2005 | Guckloch
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