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Sterben im Mitmach-Web

Eine Nachricht im Newsletter von intern.de hat mich geschockt. Sie trägt den Titel: Selbstmord Live.

Es gibt ein mir bis dato unbekanntes Angebot Justin.tv, das man für Live-Übertragungen nutzen kann. Dort hat ein junger Mann (19) vor laufender Kamera nach vorheriger Ankündigung Selbstmord begangen.

Im Forum hat man das beobachtet, ihn noch ermutigt - offenbar nahm ihn keiner ernst - niemand hat irgendwas unternommen. Auch nicht, als er einen Abschiedsbrief postete. Auch die Forenbetreiber, Moderatoren, whatever, haben nicht reagiert. Erst, als er sich nicht mehr bewegte, hat irgendjemand die Polizei alarmiert.

Auch deren Eintreffen ist noch übertragen worden, bis zu dem Moment, in dem die Polizisten die Kamera abdeckten. Bei Justin.tv hat man wohl mittlerweile den gesamten Thread und auch das Video gelöscht, den letzten Teil des Videos kann man hier noch sehen.

Das ist dann wohl die andere Seite von Web2.0. Spannend. Ist wie Fernsehen. Ist ja alles nur ein Film. ... Oder ist das die Folge von zu vielen Hoaxes, von zu viel Spam. Man hat einfach gelernt, alles für ein Fake zu halten. Mich hat diese Nachricht total geschockt und sehr nachdenklich zurück gelassen.

Mehr hier:

intern.de
cnet.com

Biggi Mestmäcker am Samstag, 22. November 2008 | Guckloch Trauriges
(7) Comments (546 Aufrufe) | Permalink

Kommentare:

Ermuntert und noch angefeuert, das erstaunt mich nicht. Sind ja alle so rotzefeist coole Selbstdarsteller heutzutage und ohne einen schicken Schlagabtausch kann man sich nirgends blicken lassen - da bleibt keine Zeit, die eigenen coolen Sprüche erst zu hinterfragen. Oder die waren alle komplett verblödet, das mag auch sein (ich hätte in jedem! Fall die Polizei informiert, seit ich mal die Abschiedsmail einer Frau bekommen habe, die sich die Pulsadern aufgeschnitten hat direkt danach und die nur mit Hängen und Würgen gerettet wurde, nachdem die Empfänger dieser Mail allesamt die Polizei anriefen).

Ja Melody, das hast du mir mal erzählt und daran musste ich auch sofort denken.
Furchtbar, diese Ignoranz. Es gibt einfach Fälle, da wäre es mir egal, evtl. einem Spinner auf den Leim zu gehen. Ich hätte sicher die Polizei alarmiert. Aber schlimmer ist wohl tatsächlich diese Vergnügungssucht. Ich kann sie mir richtig vorstellen, wie sie mit Chips, Cola und Bier vor dem Rechner gesessen haben… Zum Kotzen.

wie schlimm kann’s denn werden ?! wie schlimm muss es denn werden, eh wir menschen uns aufs menschsein besinnen in all dem?! danke biggi für den blogpost - macht mich auch sehr schwer nachdenklich….

Dazu muss man sich nur ansehen, welche Leute sich vor solchen Filmchen tummeln und welchen IQ die wohl zusammenbekommen - dann wundert es nicht mehr dass keiner die Polizei gerufen hat - wahrscheinlich haben sie versucht der Polizei eine SMS zu schicken .... - war das jetzt zu böse?

Gerhard

Aber, liebe Biggi, verlink doch bitte gar nichts von dem Video! Ich bin dem Link nicht gefolgt, weiß daher nicht, was noch zu sehen ist (vermutlich, dass sie die Kamera zuhängen), aber selbst dieser Link fördert doch den Voyeurismus aufs Schauderhafteste!

Nein Britta, sehe ich anders. Denn der Klick offenbart eben nicht direkt das Video, sondern aufschlussreiche Informationen und nur wenn man will, kann man dann weiterklicken. Ich fand das sehr sauber gelöst.

Ok, das klingt anders. Ich hatte es so verstanden, als würde man da direkt auf den Film geleitet!

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