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Spontan überzeugt - Worte und Design wirken

Heute war ich im Getränkemarkt, um Mineralwasser zu kaufen. Mein Weg zu den Wasserkisten führte durch den großen Markt vorbei am wirklich langen Weinregal. Ich ließ meinen Blick eher ziellos entlang wandern, wollte ja Wasser, keinen Wein. Aber dann.

Stopp. Die Flasche sieht ja schön aus. Modern. Dezent stylisch. Und dieser Name. Ein wunderbarer Name für einen Rotwein. Gestalterisch perfekt umgesetzt. Ein herrliches Beispiel, wie sich Design und Text ergänzen können. Einem eher designaffinen Menschen wären vermutlich zuerst die Striche aufgefallen. Als Texterin war es in meinem Fall natürlich das Wort, das mich stehen bleiben ließ.

Etikett Fünfklang

Ich nahm die Flasche in die Hand. Lemberger, Württemberg. Ich drehte sie um. “Ich bin der Fünfklang” - der Wein beginnt, mit mir zu reden. Wunderbarer Name. Wunderbarer Text.

Etikettrückseite Fünfklang

Immerhin so gut, dass ich spontan gleich mehrere Flaschen dieses mir bis dato unbekannten Weines gekauft habe. Es ist kein besonders teurer Wein. Aber ich bin sicher, ob 5 oder 25 Euro - ich hätte diese Flaschen heute in jedem Fall spontan gekauft.

Zuhause dann gespannt den Wein geöffnet. Erst jetzt fällt mir auf, was ich noch gar nicht gesehen hatte: Drehverschluss. Und ich denke sofort - fast trotzig -, dass ich neulich gelesen habe, dass selbst wirklich hervorragende Weine immer häufiger mit Drehverschluss statt mit Korken verschlossen werden.

Ich öffne die Flasche und tue so, als verstünde ich was von Wein. Ich lasse sie erst mal offen stehen. Wein muss atmen. Dieser Wein soll atmen. Ich schenke mir ein Glas ein und - klar - erst mal riechen. Schwenken. Noch mal die Nase rein. Ich sag ja, ich tue so, als verstünde ich was von Wein. Fünfklang hat mich inspiriert. Diesen Wein will ich nicht einfach trinken. Er hat mir schließlich noch verschlossen auf dem Etikett erzählt, er sei ein Konzert für die Sinne.

Dann trinke ich einen ersten Schluck. Und jetzt habe ich einen neuen Lieblingswein. Ich verstehe nämlich doch was von Wein. Wenn er mir schmeckt, ist er gut. :-)

Dann bin ich natürlich diesem Hinweis auf dem Etikett gefolgt: Ein Gewinn für die Sinne: www.fünfklang.de

Ich rufe die Website auf und bin zum zweiten Mal beeindruckt. Da hat jemand richtig, richtig gute Arbeit gemacht. Vor dem Besuch der Website hatten mein Mann und ich bereits spekuliert, warum Fünfklang wohl Fünfklang heißt. Trauben, Boden, Sonne, usw? Fünf verschiedene Trauben gemischt? In fünf Etappen hergestellt? Fünf Genossenschaften? Oder einfach nur Fünfklang, weil es gut klingt? Vielleicht waren ja auch die fünf Striche zuerst da und der Texter oder die Texterin hat das Design betextet? Sofort auf der Startseite kenne ich die Antwort: Natur, Liebe, Philosophie, Tradition, Menschen. Klar sind das fünf Punkte im Top Menu. :-) Hier stimmt einfach alles. Fünfklang redet durchgängig mit mir auf der Website. 

Ich schwelge mich durch den Text, den ich selbst gern geschrieben hätte. Emotion pur. Und das alles für einen Wein, den ich heute für 3.99 Euro die Flasche in einem Dursty Getränkemarkt gekauft habe. So baut man Marken auf.

Fünfklang ist bei Facebook, bei Twitter und hat sogar eine eigene Youtube-Seite. Einfach ein rundum perfekter Auftritt.

Aber eines fehlt noch: ein Weblog. Empfehle mich. :-)

Ja, ich habe nicht nur einen neuen Lieblingswein, ich hab auch einen neuen Wunschkunden.

Biggi Mestmäcker am Freitag, 11. Juni 2010 | JobBlog best practice
(9) Comments (1748 Aufrufe) | Permalink

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Kommentare:

Tja, und jetzt hab ich die Flasche doch tatsächlich fast leer. Ob der Wein wirklich gut ist, werden wir dann morgen wissen. ;-)

na wie war der wein..

Alles gut! Keine Kopfschmerzen:-)

Lustig. Willst Du wissen, was meine Assoziation war, als ich hier das Etikett, die Flasche und den Namen Fünfklang gesehen habe? “Wahrscheinlich ist das sone aus fünf Sorten zusammengepanschte Plörre, aber Fünfklang klingt halt besser als Cuvee.”
Schön getextet isses, ja.

Vermutlich ist das ja sogar so. Leckere Panschung. :-)

Nee, gepanscht wurde da nix ... die 9 Weine für Fünfklang werden von 5 guten Württemberger Genossenschaften gemeinsam produziert und vermarktet. Bis auf einen (Lemberger mit Trollinger) sind alle rebsortenrein.
Aber was spricht denn gegen eine Cuvée? Die meisten Bordeaux sind welche *g*

Also Antje, von mir war das mit dem Panschen ja auch nicht. Ich sag einfach nur: Klasse Umsetzung und richtig lecker!
Und das Wort Cuvée hab ich hier zum ersten Mal gehört. Keine Ahnung, was das ist. :-)

Cuvée, liebe Biggi, ist der Euphemismus für Verschnitt ;-). @Antje: Das ist halt Geschmackssache. Ich mag sie i. d. R. nicht. Bordeaux ist auch nicht so meins. Ich hab’s mehr mit geradlinigem Riesling oder Grauburgunder. Ist bei mir frühkindliche und regionale Prägung - ich wurde in der Pfalz mit der Flasche großgezogen ;-).

Nachdem ich auf diesen Artikel gestoßen bin, habe ich mir auch mal eine Flasche gekauft. Und ich muss sagen, der Wein ist sehr lecker, macht seinem Namen alle Ehre und ist zudem auch recht preisgünstig. Zudem spricht einem der Besuch oft auf dieses gelungene Design an, sodass man mehr Weinverkostungen im Eigenheim hat, als einem Lieb sein kann. ;-)

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