Was man alles so aus sich selbst raus holen kann…
Wie ich hier schon schrieb, Michael Zerr hatte mir im Vorfeld gesagt - keine große Vorbereitung, sei einfach du selbst und erzähle von dir. Hm… ich bin ja nun völlig ungeübt und nicht gerade erfahren, was Vorträge und so angeht. Außerdem kann ich besser schreiben als reden, also hatte ich mir gedacht, doch ein bisschen was aufzuschreiben. Quasi meine berufliche Biographie auf fünf Seiten.
Und wenn ich auch meinen Weg völlig intuitiv und meistens ungeplant gegangen bin, so stellte ich doch beim Schreiben fest, dass ich rückblickend einiges richtig gemacht habe. Denn ich konnte ein paar Regeln oder Leitsätze extrahieren, die ich heute so oder ähnlich immer wieder meinen Kunden empfehle, wenn es um ihr Marketing, um Netzwerken und Bloggen geht. “Regeln”, die ich den Studentinnen und Studenten in Karlsruhe mit auf den Weg gegeben habe und hoffentlich auch durch meine Erzählungen aus meinem Leben nachvollziehbar machen konnte. Es sind dreizehn Stück, die Reihenfolge stellt kein Ranking dar:
1. Führe ein Weblog.
2. Sei authentisch
3. Nicht reden, machen.
4. Verschenke Vorschussvertrauen – no risk, no fun.
5. Sei manchmal einfach spontan.
6. Netzwerken! First give, then take.
7. Lieber kein Online-Auftritt als ein schlecht gemachter.
8. Klassische Internetwerbung allein bringt’s nicht.
9. Content is King.
10.Sei flexibel und lerne, loszulassen.
11.Arbeit muss Spaß machen.
12.Sei immer ehrlich
13.Es kochen alle nur mit Wasser
1. Führe ein Weblog
Die Tatsache, dass ich in Karlsruhe war, ist bereits eine positive Antwort auf eine Frage, die mir häufig gestellt wird: Bloggen? Bringt das überhaupt was? Aber ja – es bringt Spaß, ist Schreibtraining, ist eine Möglichkeit zum (Selbst)Marketing, und es bringt nicht zuletzt immer wieder neue und fruchtbare Kontakte. Und eben auch Einladungen an Fachhochschulen. ;-)
2. Sei authentisch
Diese Regel ging bereits aus meinem Arbeitsauftrag für Karlsruhe hervor: Sei du selbst. Das ist für mich einer der wichtigsten Grundsätze überhaupt. Für ein überzeugendes Weblog genau so wie für das Gespräch mit Kunden. Und vor allem auch für ein glückliches Leben. Denn nur wenn man sein kann, wie man ist, kann man sich selbst gerecht werden. Sich verstellen ist doch auf Dauer viel zu anstrengend.
3. Nicht reden, machen.
Es gibt so viele Meetings, die schlicht nur eines sind: Zeitverschwendung. Was könnte man alles erledigen, während man sich in der zwölfundreißigsten Besprechung die Köpfe heiß redet oder profiliert… Das soll nicht heißen, dass ich nicht glaube, dass gewisse theoretische Kenntnisse ganz nützlich sein können. Aber Theorie sollte immer nur Grundlage sein und nicht die Praxis überlagern. Zumal ich die Erfahrung gemacht habe, dass in der Praxis manchmal alles ganz anders kommt, als kluge Menschen es in Tabellen und Rastern oder Power Pont Präsentationen festgelegt haben.
4. Verschenke Vorschussvertrauen – no risk, no fun.
Meine Karriere begann mit einer gehörigen Portion Vorschussvertrauen, die ich investierte. Ich arbeitete ohne Bezahlung, im Vertrauen darauf, dass ich eine ABM-Stelle bekäme, sobald sie genehmigt sei. Oft hörte ich: Der nutzt dich doch nur aus. Aber ich wusste es besser und hatte Vertrauen. Ich lernte unglaublich viel und bekam dann auch die ABM-Stelle.
5. Sei manchmal einfach spontan.
Irgendwann spannte ich ein weißes Blatt in meine Schreibmaschine und schrieb mein allererstes Mailing. Für mich selbst. Ganz spontan und ungeplant, aus einer ganz bestimmten Stimmung heraus. Kurze Zeit darauf rief jemand an und engagierte mich als Ghostwriterin für ein Buchprojekt. Meine Selbstständigkeit hatte begonnen.
6. Netzwerken! First give, then take.
1999 wurde ich Mitglied bei den webgrrls, mein erstes Online-Netzwerk. Heute bin ich zwar nicht mehr dabei, aber dieser Beitritt, war die beste Entscheidung in meiner gesamten Karriere. Denn von den grrls lernte ich, was Netzwerken heißt. Ich lernte on the run wie das Internet funktioniert und wie man es für sich nutzen kann. Ich gab unheimlich viel, engagierte mich, wo ich konnte und stellte sehr schnell fest – wenn du gibt’s bekommst du etwas zurück. Es kamen immer mehr Aufträge aus den Reihen der Webgrrls, ich wurde weiter empfohlen und mein Netz wurde immer größerer.
7. Lieber kein Online-Auftritt als ein schlecht gemachter.
Irgendwann hab ich meine erste Homepage gebaut - selbstgemacht, mit Netobjects Fusion. Man war ich stolz und ich dachte, jetzt geht’s richtig ab. Aber es passierte sehr wenig. Erst als ich mich entschloss, meine Website einem Profi anzuvertrauen und in einen Relaunch zu finanzieren, kamen plötzlich auch Anfragen und Aufträge über die Website. Der Unterschied zwischen selbstgestrickt und professionell gemacht zahlt sich eben immer aus.
8. Klassische Internetwerbung allein bringt’s nicht.
In 2002 launchte ich die Pommeswelt und wollte damit reich und berühmt werden. Berühmt wurde ich. Reich nicht. ;-) Denn ich setzte nur auf Bannerwerbung.
9. Content is King.
Im Januar 2003 richtete ich mein erstes Weblog ein. Das Guckloch. Eher privat motiviert und eher aus Spaß an der Freude schrieb ich dort Belangloses, erzählte aus meinem privaten Alltag, verlinkte nach links und rechts und schrieb zunehmend auch beruflich motivierte Postings. Kurze Zeit später dachte ich, das ist nicht richtig, Job und Privat derart zu vermischen. Was geht es meine Kunden an, was meine Kinder angestellt haben oder wenn ich schlecht drauf bin. Ich richtete deshalb noch mein Jobblog ein und trennte Beruf und Privat. Über Fritten & Co. bloggte ich gleichzeitig im Frittenblog, bei dem ich als erstes merkte, dass die Leute viel eher daran interessiert sind, in einem Blog ihre Inhalte unterzubringen, als reine Werbung zu schalten. Und im Jobblog merkte ich, dass ich um so mehr Leser bekam, je mehr ich praktisch verwertbaren Content bereit stellte. Und seitdem ich Kreuzworträtsel zum Download bereit stelle, verkaufe ich sie wesentlich erfolgreicher.
10.Sei flexibel und lerne, loszulassen.
http://www.mehralstext.de/index.php/marketing/pr/blick-zurueck/
11.Arbeit muss Spaß machen.
Mittlerweile habe ich Kunden, mit denen die Zusammenarbeit einen solchen Spaß macht, mit denen mich Freundschaft verbindet, dass es mir immer schwerer fällt, mit so ausgeprochenen Businesskontakten zu arbeiten. Bildlich gesprochen, mag ich einfach nicht mehr vor einem Termin vor dem Kleiderschrank stehen und mir überlegen, was ziehe ich an, muss es der Anzug sein? Ich will mich nicht verkleiden und einfach sein wie ich bin. Job & Joy eben.
12.Sei immer ehrlich
Das muss man wohl nicht näher erläutern.
13.Es kochen alle nur mit Wasser
Will heißen: Keine Angst vor großen Tieren – ob renommierte Werbeagentur oder Großkonzern – überall sitzen nur ganz normale Menschen.
Und wer jetzt bis hierher gelesen hat, weiß, was ich den Studenten in Karlsruhe erzählt habe. Natürlich alles angereichert mit mehr oder weniger pikanten Details aus meinem Berufsleben. Details, die hier nun wirklich zu weit führen würden. Wer die wissen will, muss mich schon einladen. ;-))
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Kommentare:
Oh Tina, ich bin auch gebranntes Kind… Aber wie gesagt: No risk, no fun.
Wer zu skeptisch ist, bremst sich aus.
Was natürlich nicht heißen soll, dass man nicht vorsichtig sein soll…
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Danke! :-) Sehr interessant und aufschlussreich, ich fühle ganz viel Konformität. Nur mit dem Vorschussvertrauen bin ich mittlerweile ein bisschen vorsichtig, gebranntes Kind und so ...