Ratgeber: PraktikumsKnigge - Ein Leitfaden zum Berufseinstieg
Mehr als jedes zweite deutsche Unternehmen stellt bevorzugt ehemalige Praktikanten ein (McKinsey, 2004) – vor diesem Hintergrund ist nun unlängst der PraktikumsKnigge im Clash Verlag erschienen. „Vom richtigen Ansprechpartner bis zum qualifizierten Zeugnis – wir zeigen wie’s geht“ steht auf dem Titel. Und tatsächlich ist es erstaunlich, wie viele Informationen dieser Leitfaden gesammelt präsentiert. Das zeigt vor allem eines: Der Praktikumsmarkt ist heiß umkämpft, gute Vorbereitung scheint unerlässlich zu sein, um einen der begehrten Plätze zu bekommen. Und dann auch erfolgreich zu nutzen.
Auf 192 Seiten haben die beiden Autorinnen Nadine Nöhmaier und Heidi Keller Informationen rund um das Thema Praktikum für Schulabgänger, Studenten und Absolventen zusammengestellt. 18 Kapitel – in bester Sachbuchmanier akribisch und übersichtlich untergliedert – geben Hilfe und Infos zu allem, was man wissen muss: Welche Praktikumsarten gibt es? Wo finde ich ein Praktikum? Wie bewerbe ich mich am besten? Hinweise zur Vertragsgestaltung fehlen ebenso wenig wie Lösungstrategien bei möglichen Problemen und Darstellungen der Auswirkungen auf Steuer, Versicherung und Bafög.
Experten, Praktikanten und Entscheider geben Ratschläge und Erfahrungen weiter.
Ein großes Plus dieses Buches: Es ist kein trockener Ratgeber, sondern liest sich unterhaltsam und flüssig. Dafür sorgen nicht zuletzt die vielen eingestreuten Beispiele und Erfahrungsberichte sowie eine abwechslungsreiche Formatierung. Spannend zu lesen auch die Protokolle der (Ex-)Praktikanten, die von ihren ganz persönlichen Höhen und Tiefen beim Praktikum erzählen.
Den Lesern, die das Buch eher als Nachschlagewerk nutzen wollen, verhelfen Kurztexte am Rand, eine klare Kennzeichnung mit eingängigen Icons sowie zahlreiche Auflistungen und Checklisten zu einem raschen Überblick.
Kapitel 10 ist das Kapitel, das dem Buch seinen Namen gab: „Richtig oder falsch? Der Knigge im Praktikum“. Die Kollegen am ersten Tag duzen oder siezen? Aufmucken oder Akzeptieren? Kopieren ohne Ende oder das klärende Gespräch und sinnvolle Beschäftigung suchen? Auf Dutzende solcher Fragen gibt der PraktikumsKnigge Antworten.
Besonders interessant für alle, die von einem Beruf inder Medienbranche träumen ist Kapitel 16 „Ich will was in den Medien machen“. Besonderheiten und besondere Anforderungen in Journalismus und PR werden heraus gestellt. Dies auch über das Praktikum hinaus, wenn es heißt „Dranbleiben al freier Mitarbeiter“. Auch in diesem Kapitel kommen wieder Experten zu Wort, die wissen müssen, wie der Hase in der Medienbranche läuft: Arbeitgeber, Gewerkschafter, Redakteure und PR-Experten.
In einem solchen Buch darf ein umfangreicher Serviceteil nicht fehlen. Der findet sich in den beiden Schlusskapiteln: Firmen für Praktika im Profil sowie ein Index mit 150 Kurzprofilen von möglichen Praktikumsanbietern. Praktisch aufbereitet und mit Ansprechpartnern für die direkte Kontaktaufnahme.
Dass sich im Serviceteil nicht nur Informationen, sondern auch neun ganzseitige Werbeanzeigen verschiedenster Firmen befinden, ist sicher der Preis dafür, dass das Buch trotz seines Umfangs für Studenten erschwinglich ist und deshalb zu verschmerzen. Es ist für nur 9,90 Euro im Handel und unter www.praktikumsknigge.de erhältlich. Unter dieser URL stehen übrigens auch alle im Buch ausgewiesenen Downloads und Linklisten zur Verfügung. Man kann also davon ausgehen, dass Informationen, die veralten könnten, auf der Website aktuell gehalten werden.
Dass ich selbst ganz offenbar nicht mehr zur Zielgruppe dieses Buches gehöre, ist mir übrigens schon beim Leses des Vorwortes des Mitherausgebers klar geworden. Ganz offenbar ist es für junge Menschen gemacht. Denn mich hat das Lesen schon nach den ersten Sätzen trotz Gleitsichtbrille angestrengt. Eine ein oder zwei Punkt größere Schrift würde ich mir von der nächsten Auflage wünschen. Das ist aber auch wirklich mein einziger Kritikpunkt.
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