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Poetische Lieder im Schloss

image Gestern haben wir unsere Terrasse neu gestaltet und Holzfliesen verlegt. Die ganze Familie war den ganzen Tag beschäftigt und am Abend immer noch nicht fertig. Eigentlich wollten wir zu Dritt nach Schloss Dilborn, wo am Abend das erste Festival der Liedermacher stattfand. Aber leider fing das schon um 19 Uhr an - das haben wir einfach nicht geschafft. Also zumindest nicht alle. Denn ich war dort. Ich hab einfach hier alles stehen und liegen gelassen und die Family mit dem Chaos allein zurück gelassen. Denn einer der auftretenden Liedermacher war Klaus-André Eickhoff. Wenn er schon mal bei uns in der Nähe auftritt, kann ich unmöglich Terrasse bauen. :)

Wir haben gestern festgestellt, dass wir uns nun bereits fünf Jahre kennen. Klausa - wie ihn Freunde nennen - war seinerzeit der letzte Künstler, den ich verpflichtet habe, als ich noch für die Gemeinde Brüggen Kulturveranstaltungen organisierte. Ich hatte ihn mir quasi zum Abschied geschenkt. :) Das war ein gutes Geschenk - nicht nur wegen seiner Lieder, die mir ausgesprochen gut gefallen und die mich wirklich erreichen - nein auch unabhängig davon ist ein zwar lockerer, aber doch guter Kontakt entstanden. Und ich habe Klausa auch fürs Bloggen begeistern können.  (By the way - ich find, dass er noch viel zu wenig bekannt ist - er gehört in jeden Radiosender und vor allem endlich mal ins Fernsehen vor ein breiteres Publikum. Wenn jemand einen Tipp hat, wie ich das erfolgreich anstelle, dann gibts auch ne CD. *gg)

Gestern wirkte er müde, was er hier in seinem kurzen Bericht auch bestätigt. Er war just gerade erst aus Südfrankreich wiedergekommen und musste nach seiner Rückkehr quasi nahtlos auf die Bühne. Seinem Konzert hat das aber keinen Abbruch getan. Souverän wie immer. :) Wer ihn kennt und öfter gehört hat, merkte allerdings an den Zwischenmoderationen, dass er nicht ganz so eloquent war wie sonst.

Für mich ist das Schönste bei Konzerten von Klaus-André der Blick ins Publikum. Wenn man seine Lieder so gut kennt wie ich, dann macht es einen Höllenspaß, sich die Gesichter der Zuhörer anzusehen. Denn man weiß schon vorher, wann sie wie aussehen. Wann sie zu lachen beginnen oder wann sie nachdenklich gucken.

Das einzig richtig Doofe gestern war, dass es ein Festival war. D.h. Klaus-André Eickhoff war nur einer von vier Auftritten. Es begann mit Diethild Klein und Klaus Kläs als Opener. Sie hatten ihr Publikum und ihre Fans - ganz offenbar waren einige im Saal nur wegen ihnen gekommen. Ich gehörte nun wirklich nicht dazu und konnte ihrer Musik auch nicht viel abgewinnen. Aber das ist nun mal Geschmackssache. Ich finde nur wirklich, an La vie en rose sollte sich noch lange nicht jeder wagen…

Zweiter Auftritt dann Klausa, dazu hab ich ja oben schon geschrieben. Mir fehlten viele viele Lieder, aber die Zeit war einfach zu knapp. Und dann macht er auch noch den Fehler und geht nach dem letzten Lied von der Bühne, weil man sich ja normalerweise zur Zugabe noch mal rein klatschen lässt. Aber nicht so gestern Abend. Der Zeitplan sah die Pause vor. Das Publikum wunderte sich selbst ein bisschen. Aber na ja.. so konnten wir uns wenigstens begrüßen und ein bisschen unterhalten.

Nach der Pause ging es dann weiter mit einer für mich neuen Entdeckung: Omnitah. Eine wirklich sympathische Frau mit einer unglaublich guten und vor allem vielseitigen Stimme. Außerdem spielt sie Geige, als hätte sie ihr Leben lang nichts anderes gemacht. Und ebenso gut Klavier. Klickt mal auf den Link zu ihrer Website, die Homepage ist mit einem Musik-Teaser hinterlegt. Ein Blick auf ihre Biografie-Seite lässt übrigens vermuten, dass sie tatsächlich ihr Leben lang nichts anderes gemacht hat als Musik. Und das merkt man aber auch.

Omnitah ist die Lebenspartnerin von Thomas Busse und so gestalteten die beiden gemeinsam den letzten Teil des Liederabends. Vom Veranstalter offenbar auch als Höhepunkt ausgelegt. Für mich war es allerdings ein Abfall auf der Begeisterungskurve. Sein Vortrag war mir zu “eng” - für einen Liedermacher ließ er mir viel zu wenig Raum, mich einzulassen und die Lieder so zu hören und zu interpretieren, wie es mir gefällt. Ich steh nicht so sehr auf den erhobenen Zeigefinger, der mir sagt, dass ich mich am besten selbst verwirkliche oder dass ich was tun muss, gegen alles Schlechte in der Welt. Manche Texte fand ich auch einfach flach. Gefallen hat dieser Teil mir dann doch ein bisschen. Aber eben nur deshalb, weil Omnitah mit von der Partie war.

Um halb zwölf wars dann vorbei - ein langer Abend für 45 Minuten Eickhoff. ;-)) Aber es hat sich gelohnt. Und ich bin froh, dass wir uns mal wieder gesehen haben, so wie ich mich auch gefreut habe, ein paar ehemalige Arbeitskolleginnen wiederzusehen. Auch das war längst überfällig.

Biggi Mestmäcker am Sonntag, 12. August 2007 | Musik ist Leben
(2) Comments (2005 Aufrufe) | Permalink

Kommentare:

Hallo Biggi, habe das Konzert genauso erlebt wie du. Klaus-Andre Eickhoff war viel zu kurz!! In diesem Sinne: - lass dich nicht verbiegen, gehe deinen Weg….

Gruß Judith

Judith, sowieso! :) Also ich meine: meinen Weg gehen und so…

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