Musik-Stöckchen
Mono hat mir ein Stöckchen zugeworfen. Eines, das ich nun schon stundenlang mit mir rumtrage. Und in meine Gedanken schleichen sich die Antworten auf die Fragen. Lieder, Melodien, Texte, Erinnerungen. In meinem Kopf spielt die Musik. Ich stelle fest, dass das Fragen sind, die ich vermutlich an jedem Tag anders beantworten würde. Ich stelle auch fest, dass es mir gar nicht so gefällt, bestimmte Songs auszuwählen und andere außen vor zu lassen. Zumindest fällt es mir nicht leicht. Musik ist Leben. Leben lässt sich nicht klassifizieren, sortieren, ordnen. Nichts ist so stimmungsabhängig wie mein Musikgeschmack. Trotzdem hier meine Antworten. Nicht ohne den Hinweis: Stand 18. Februar 2006. Schon Morgen könnten die Antworten ganz anders ausfallen.
ein track aus deiner frühesten kindheit
My bonny is over the ocean – das war das erste englischsprachige Lied, das ich als Kind so mit etwa 10 Jahren gesungen habe.
ein track, den du mit deiner (ersten) grossen liebe assoziierst.
Meine erste große Liebe? Hm. Damals dachte ich, er sei meine große Liebe und wir knutschten zu den Bay City Rollers auf der Matratze im Partykeller: Give a little love, take a little love. Natürlich war das gar keine Liebe. War ja auch keine richtige Musik… ;-) Meine erste wirklich große Liebe kam viel viel später, hieß Salvador und kam aus Barcelona. Wir hörten katalanische Protestsongs, von denen ich heute nicht mal mehr weiß, wie sie hießen. Aber Liebe war das schon. Zumindest so intensiv, dass er es wie seine Sprache in meine Träume schaffte. Ich träumte auf Spanisch. Meine wirklich große Liebe und die erste einzig wahre traf ich erst 1987. Wir leben immer noch zusammen und keiner von uns hat vor, das zu ändern. Das Lied, dass ich uns und unserer Liebe immer wieder zuordnen würde: bello e impossibile von Gianna Nannini
ein track, der dich an einen urlaub erinnert
Irland: Young and foolish von Skylark sowie alle Songs von der CD Light and Shade. Die Erinnerung ist deshalb immer noch präsent, weil sich in Irland mein Leben veränderte. Wir wurden vom Paar zur Familie.
ein track, von dem du in der öffentlichkeit eigentlich nicht so gerne zugeben möchtest, dass du ihn eigentlich ganz gerne magst
Solche Tracks gibt es nicht. Ich stehe dazu, dass ich First day of my life von Melanie C sehr gerne höre. Was ich vielleicht nicht jedem auf die Nase binden würde, wäre die Tatsache, dass ich mir den Song als Klingelton auf mein Handy geladen habe. ;-))
ein track, der dich - geplagt von liebeskummer - begleitet hat
Weia.. da gibt es einige. Love hurts von Nazareth oder Owner of a lonely heart von Yes – so laut gehört, dass Nachbarn meinten, ihren Besenstiel durch meine Zimmerdecke hämmern zu müssen und natürlich Let it be.
ein track, den du in deinem leben vermutlich am häufigsten gehört hast
Heute kann es regnen, stürmen oder schnein und all die anderen Lieder von Rolf Zuckowski und Konsorten, die es Eltern ermöglichen, halbwegs unentnervt auch 2400 km mit dem Auto zu fahren, obwohl Kinder auf der Rückbank sitzen. ;-)
ein track, der dein liebstes instrumental ist
Ludwig van Beethoven, Symphonie Nr. 9, Opus 125 – Ode an die Freude (klingt am schönsten auf der Panflöte – Edward Simoni)
ein track, der eine deiner liebsten bands repräsentiert
Every breath you take von Police oder Russians von Sting
ein track, in dem du dich selbst wiederfindest oder in dem du dich auf eine gewisse art und weise verstanden fühlst
Wind of change von den scorpions.
ein track, der dich an eine spezielle begebenheit erinnert (welche?)
blowing in the wind – Bob Dylan – eine Nacht mit meiner Freundin in den Dünen. Sternschnuppen ohne Ende und ziemlich stürmisch war es passenderweise auch.
ein track, bei dem du am besten entspannen kannst
Adiemus von Enya – ganz laut, via Kopfhörer. Oder brothers in arms direstraits, ganz leise.
ein track, der für eine richtig gute zeit in deinem leben steht
it’s raining men – weather girls. Meine WG-Zeit mit meinen beiden Freundinnen Sanne und Sabine. Meine Güte, was hatten wir einen Spaß. Unbeschwerter habe ich niemals wieder gelebt.
ein track, der momentan dein lieblingssong ist
Da sind zwei, die ich derzeit extrem oft höre: achterbahn von klaus andré Eickhoff. Weil dieses Lied mir wirklich hilft. Und stay von Jackson Browne ...
ein track, den du deinem besten freund/in widmen würdest
Got you on my mind von Eric Clapton für den Freund und Never walk alone von Mathou für die Freundin. Oder auch umgekehrt.
ein track, bei dem du meinst, dass ihn ausser dir niemand gerne hört
Zwischen den Zeilen lesen – von Klaus André Eickhoff. Aber nur, weil noch viel zu wenige den Klausa kennen und er so selten im Radio gespielt wird.
ein track, den du vor allem aufgrund seiner lyrics magst
Fast alle Lieder von Herbert Grönemeyer. Und Ich liebe dich von Reinhard Mey. Weil ich den Text für meinen Mann gerne selbst geschrieben hätte.
ein track, der weder deutsch- noch englischsprachig ist und dir sehr gefällt
Hey Man – sing a song Zucchero & B.B.King. Allerdings mit einem Bisschen Englisch dabei.. Komplett in einer Sprache, die ich noch nicht mal identifizieren kann: Chimes of Freedom von Youssou N’Dour, meine musikalische Entdeckung des Jahres 2005.
ein track, bei dem du dich bestens abreagieren kannst
I’d do anything for love - Meat Loaf
der track, der auf deiner beerdigung gespielt werden sollte
Also da hab ich ja jetzt ne ganze Weile drüber nachgedacht. Aber ich glaube, das möchte ich nicht bestimmen. Wenn ich beerdigt werde, sollen die, die bleiben, die Musik spielen, die sie dann hören wollen und die ihnen dann gut tut. Wenn ich das jetzt aber hier entscheiden soll, dann nehme ich A great day for freedom von Pink Floyd.
vier tracks, die du zu den besten aller zeiten rechnen würdest (mit nur einem komm ich nicht klar)
So schreibt Mono und ich nenne auch lieber vier statt nur einen. Wobei das auch noch zu wenig sind. Und ob sie die besten aller Zeiten sind, maße ich mir nicht an, zu beurteilen. FÜR MICH sind es alle Songs, die ich jetzt hier erwähnt habe. Und diese vier hier sind das Sahnehäubchen:
Der Weg von Grönemeyer – weil es der authentischste und anrührendste Song ist, den ich kenne.
wires von Athlete, weil dieser Song eben wires spannt und Distanzen überbrückt.
Bridge over troubled water Paul Simon. War immer schon mein Mutmachtröstelied und so was wie mein musikalischer Troubleshooter.
Thank you for the music von Abba. Weil das ein schöner Abschluss für dieses Posting ist. ;-)
Stöckchen weitergeben? Hm. Eigentlich werfe ich ja nicht (mehr) mit Stöcken. Aber ich mache dann mal eine Ausnahme und werfe es ihm zu. Und allen anderen auch. Fühlt euch frei, die Fragen einfach mitzunehmen. :-)
(3) Comments (239 Aufrufe) | Permalink
Kommentare:
Sehr ehrliche Aufzählung, offensichtlich frei von Imagebildenden Antworten. Toll.
Wieso? Also mal abgesehen davon, dass ich eigentlich grundsätzlich keine gezielte Imagebildung betreibe (alles trägt sicher zum Image bei, was man von sich gibt), frage ich mich, was diese Antworten so besonders ehrlich macht? Oder anderes gefragt, was wäre denn eine imagebildende Antwort oder ein imagebildender Song?
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na, das hast du aber ganz interessant hingekriegt, danke :-))