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Ich brauche Räcklämm

Reclam Popliteratur Diese süße Story erinnert mich an ein weniger nettes Erlebnis mit unserer örtlichen Buchhandlung. Meine Tochter brauchte nämlich auch Reclam für die Schule. Also hielten wir an einem Mittwochmittag beim Buchladen an, sie ging rein und wollte einmal “Popliteratur” kaufen. Sehr schnell kam sie wieder raus und sagte: Samstag. Sie mussten es bestellen. Ich grummelte ein wenig vor mich hin, denn ich bin es eigentlich gewohnt, dass der Buchhandel ein Buch von einem auf den anderen Tag besorgen kann, aber nun gut. Samstag reichte ihr zeitlich noch locker.

Am kommenden Montag erst ging mein Mann morgens zum Buchladen und wollte das Heftchen abholen. Da hing ein Zettel an der Tür: Dieses Geschäft ist am 10.09.07 geschlossen. Aha. Am Dienstagnachmittag fuhr dann meine Tochter selbst zum Buchladen und wollte ihr vor sechs Tagen bestelltes Reclam-Heftchen abholen. Nur kurze Zeit später kam meine 15-jährige Tochter völlig konsterniert nach Hause. Was sie erzählte, stellte mir alle Kundennackenhaare hoch.

Die Buchhändlerin war ganz offensichtlich extrem genervt, Tochter 1 war wohl an diesem Tag nicht die erste, die vergeblich nach ‘Popliteratur’ fragte. Sie warf meiner Tochter vor, dass sie das Buchlein schließlich schon vor der Klassenfahrt hätte bestellen können, dann sei es jetzt vielleicht längst da. Ähem? Vor der Klassenfahrt wäre noch eine Woche eher gewesen. Und außerdem - wann ein Buch bestellt wird, ist ja wohl immer noch Kundensache, wenn ich nicht irre… Das Buch käme - wie vereinbart - erst am Mittwoch. Tochter 1 dementierte wohl und sagte, man habe ihr gesagt, Samstag - aber das wurde abgestritten. Mittwoch sei von Anfang der Termin gewesen.

Ich war nicht dabei. Ich weiß nur, dass meine Tochter sechs Tage vorher mit einem Wort auf den Lippen zu mir ins Auto stieg: Samstag.
Und ich weiß, dass meine Tochter den Tränen nah war, als sie von diesem Buchhandlungsbesuch zurück kam. So geht man ja wohl nicht mit Kunden um. Auch nicht mit jugendlichen Kunden. Ich angerufen. Fall geschildert, Bestellung storniert und gefragt, warum sie meiner Tochter einen Vorwurf daraus machen, wenn sie nicht in der Lage sind, das Buch zu bestellen? Die Buchhändlerin am anderen Ende überschlug sich fast. Sie habe es nicht nötig, sich so von mir anmachen zu lassen, sie habe von Anfang an gesagt, Mittwoch nächster Woche, etc. pp. Ich weiß, dass das gelogen ist. Und ich weiß, dass meine Tochter fast weinend nach Hause kam, weil sie diese Art nicht verpacken konnte. Ich hab dann aufgelegt. Ganz sicher wird dieser Buchladen in unserem Ort aus unserer Familie niemanden mehr in seinem Geschäft sehen. Schade eigentlich. Für den Buchladen. Denn wir kaufen wirklich viele und oft Bücher.

Ich hab dann übrigens nach dem Telefonat das Büchlein bei Amazon bestellt. Am nächsten Morgen war es hier. 

Biggi Mestmäcker am Montag, 24. September 2007 | Guckloch Echt ärgerlich!
(2) Comments (809 Aufrufe) | Permalink

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Kommentare:

Hallo Frau Mestmäcker, da sie scheinbar mit den buchhändlerischen Hintergründen nicht vertraut sind, versuche ich, es ein wenig zur Aufklärung beizutragen (die pampige Art der Buchhändlerin möchte ich mal aussen vor lassen):

Sie schreiben, daß sich bereits andere Schüler nach dem Titel erkundigt hatten, möglicherweise schon Tage vorher. Das heißt, die Buchhändlerin hat es beim Großhändler bestellt, was in der Regel tatsächlich von einem zum anderen Tag geht. Tags drauf kam dann - vermute ich - die Meldung #15, die uns Buchhändlern sagt, daß alle Exemplare dieses Titels, die der Großhändler vorrätig hatte, abverkauft sind und der Großhändler nun beim Verlag nachbestellt. Das kann - von Fall zu Fall unterschiedlich - zwischen drei Tagen und drei Monaten dauern, abhängig von Verlag, Titel, Menge etc. Bei Reclam geht es in der Regel innerhalb einer Woche.

Wenn nun mehrere Kunden nach dem Titel verlangen und es sich einigermaßen für den Buchhändler rechnet, bestellt es der Buchhändler direkt beim Verlag. Es kommt vor, daß erst Mindestbestellmengen erreicht werden müssen. Die Bestellung dauert dann wieder einen bis etwa sieben Werktage. Das hängt vom Arbeitsaufkommen des Verlags und der Post/Paketdienste ab.

Wenn sie nun einbeziehen, daß die Buchhändlerin vielleicht sowieso schon einen schlechten Tag hatte (20 ebenso genervte Teenager, die WIRKLICH schon vor der Klassenreise hätten bestellen können, Füße tun weh, der Azubi nervt, der Vertreter hat sie versetzt….)

Regen sie doch mal bei den Lehrern ihrer Tochter an, künftig Klassensätze zu bestellen. Das macht es für alle Beteiligten leichter.

Vielleicht geben sie Ihrer Buchhändlerin noch eine Chance. Sagen sie ihr ruhig, daß sie ihr Verhalten in diesem Fall nicht in Ordnung fanden - sicher sieht sie ein, daß sie sich falsch verhalten hat. Wenn sie sonst mit der Buchhandlung zufrieden waren, spricht doch nichts dagegen, oder?!

Hallo - nein ich gebe dieser Buchhandlung keine Chance mehr. Ich steh auf Offenheit und Ehrlichkeit. Und die haben uns schlicht angelogen. Punkt.

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