Gebet
Herr, gib mir die Kraft, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
Ich spüre deutlich mehr Gelassenheit als noch vor Tagen. Ich bin jetzt einfach ausgestiegen aus der Achterbahn. Ich fahr nicht mehr mit. Und es geht mir gut dabei. Und das IST gut. Für alle Beteiligten.
Diese Gelassenheit… für mich so was wie ein Gottesbeweis. Starkes Wort. Vielleicht eher Glaubensbestätigung? Na ja, auf jeden Fall hab ich Kraft geschöpft. Woraus auch immer. Vielleicht sogar aus mir selbst. Das findet Gott bestimmt auch ok.
Kommentare:
Bleibt uns denn etwas anderes übrig als dem Leben recht zu geben? Meistens doch nicht. Wir haben zwar manches in der Hand. Aber was das nackte Leben angeht, da entscheidet das Leben selbst. Erlebe ich zumindest so.
Die Frage ist vielleicht, wie wir mit diesem Entscheid des Lebens umgehen können? Haben wir dafür nur eine fatalistische oder eine bejahende Haltung: So, dass wir sagen: Es ist gut, dass für den richtigen Lauf der Dinge gesorgt ist oder zumindest wäre.
Thinkabout
Auch hier kommt es wieder arg darauf an, wovon die Rede ist. Worum es also in dem Entscheid des Lebens geht. Wenn z.B. das Leben entscheidet, einem Menschen Krankheit zu schicken oder ihn gar sterben zu lassen, so ist das auch eine Entscheidung, der wir uns stellen müssen. Aber es fällt mir arg schwer, einer solchen Entscheidung anders als fatalistisch zu begegnen.
Aber natürlich kann man auch das positiv sehen. Denn immer dann, wenn der Tod Erlösung von einer schweren Krankheit ist, dann kann man den auch bejahen. Aber dennoch würde ich in einem solchen Fall nicht sagen: es war der richtige Lauf der Dinge. Das wäre mir schlicht unmöglich. Es sei denn, der Mensch ist 95 oder so.
Ich möchte - ohne eigene entsprechende Belastung - nicht schulmeisterlich irgend eine Sicht angesichts einer Lebensbedrohung für selbstverständlich ansehen. Was mir einfach immer auffällt: Wir fallen in Fatalismus, wenn uns Ungemach befällt. Wir hadern mit dem Schicksal, wenn wir krank werden und finden das ungerecht. Wer sagt aber, dass das zuvor gelebte Leben ohne Leid selbstverständlich war? Nehmen wir DAS umgekehrt jeden Tag bewusst als Geschenk wahr? Vielleicht dankt manch Kranker Gott oder dem Leben oder dem Geschick öfters jeden Tag für eine Kleinigkeit als manch Gesunder für die Grossartigkeit eines sorgenfreien Daseins.
wunderbar gesagt. Und sehr richtig erkannt. Danke für diesen Austausch übrigens.
Ich denke, dieses Thema kann erst dann erfasst werden, wenn der Mensch selbst betroffen ist - miterleben oder nachvollziehen scheint mir unmöglich.
Das ist völlig richtig. Über Verlust, Verlustängste und darüber, Verlust akzeptieren lernen zu müssen, kann man nur reden, wenn man es erlebt, also Verlust erlitten hat.
Kommentar hinzufügen
voriger Beitrag: Argumentationshilfe zur ewigen Honorardiskussion
nächster Beitrag: Die Kraft einer Dampflok
Oh ja, ganz bestimmt.
Es sind die ganz einfachen Sätze, die wirklich Souveränität versprechen und nichts finde ich so attraktiv im Leben wie am Punkt zu verweilen, an dem ich sagen kann: Es ist wie es ist.
J.R. von Salis hat einmal gesagt, als über 90-jähriger auf sein Lebensziel angesprochen: Ich möchte wie die Tiere dem Leben recht geben.
Interessant, nicht wahr?
Liebe Grüsse
Thinkabout