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Einer trage des anderen Last

Ich quäle mich seit Tagen mit dem Konzept eines größeren Textes. Zwischendurch schreibe ich immer wieder kleinere Aufträge. Der große mit seiner Deadline aber hängt wie ein Damoklesschwert über mir. In dieser Woche muss er einfach entstehen. Immer wieder starte ich neu, immer wieder sitze ich hier und schiebe schon fast verzweifelt Inhalte hin und her. Vielleicht ist es so schwierig, weil ich zu nah dran bin. Betriebsblind.

Mein Mann kommt nach Hause. Findet mich nägelkauend, schimpfend, frustriert vor meinen Zetteln auf der Terrasse sitzend vor. Er fragt nach. Ich schildere ihm kurz, worum es geht, was das Thema ist, wo meine Probleme liegen und dass ich mich nicht richtig konzentrieren kann.

“Kann ich dir irgendwie helfen?” fragt er. “Nein, ich fürchte, das kannst du nicht,” antworte ich. Er verschwindet in seinem Büro.

Etwa eine Stunde später steht er mit einer Diskette in meinem Büro. “Hier, schau mal, ob du damit was anfangen kannst.” Ich öffne die Datei und mir kommen fast die Tränen. Da hat er doch tatsächlich ein Konzept geschrieben. Sonnenklar, step by step, genau so, wie ich es hätte machen können, wenn ich denn gekonnt hätte.

“Ich hab mich einfach hingesetzt und überlegt, was will der Leser von diesem Text. Und das, was er will, muss doch drin stehen, oder?”

Ja Liebster, so ist das. Völlig richtig. Ich hab nur vor lauter Schwierigkeiten nicht gesehen, wie einfach das eigentlich ist.

Er hat mir ein Gerüst geliefert, mit dem ich arbeiten kann. Ein Anstoß, der die Blockade löst, den Druck nimmt und mich jetzt schreiben lässt.

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Schon oft habe ich gesagt: Mein Mann ist mein Motor. Jetzt weiß ich, dass er auch das Benzin ist. Super Plus.

Biggi Mestmäcker am Dienstag, 30. August 2005 | Aus der Familie
(7) Comments (416 Aufrufe) | Permalink

Kommentare:

:-)))

Gib ihn nie wieder ab.

Ganz sicher nicht. :-)

hinter jeder erfolgreichen frau ... ;-)

;-)

tja, das geht runter wie honig, tapfer und clever schlägt er sich, für “uns” männer…

Ja Mono, das tut er. Wirklich..

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