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Desillusioniert

Gerade lese ich im Feedreader “Frosta im Markenmuseum - wir sind dabei”. Glückwunsch Frosta! Dachte ich.

Und ich dachte weiter - ich muss doch mal schauen, wer da sonst noch so vertreten ist und vor allem: Warum. Oder mit welcher Geschichte.

Das Markenmuseum ist mir schon lange ein Begriff. Ich fand das bisher eine gute Idee und hielt es - ohne weitere Recherche - wirklich für ein Museum. Also ein Sammelplatz für Marken, die echte Geschichte geschrieben haben. Durch den Blogeintrag von Frosta wurde ich nun angeregt, mal zu gucken, welche Marken denn sonst noch so dort vertreten sind.

Ich stellte fest - ich kenne noch lange nicht alle. Es sind auch welche darunter, die ich gefühlt nicht zu den großen Marken zählen würde. Ganz einfach deshalb, weil sie mir bis dato unbekannt sind. Also dachte ich weiter, ich schaue mal, welche Voraussetzungen man denn erfüllen muss, um mit seiner Marke in diesem “Museum” vertreten zu sein. Ich habe da immerhin mindestens einen Kunden, dem ich einen Einzug ins Markenmuseum gönnen würde und der auch eine spannende und interessante Geschichte erzählen könnte.

Ich klick mich also durch die Seiten, um herauszufinden, was ich tun muss, um diese Marke vorzuschlagen und lande schlussendlich bei dieser Info:

Eine Markenpräsenz Ihrer Marke bei uns kostet 1 Euro pro Tag, also 365 Euro (zzgl. 19% MwSt.) pro Jahr. Diese Gebühren beinhalten sämtliche Programmierungs-, Bild- und Textbearbeitungskosten. Alles, was wir benötigen, sind Ihre elektronischen Unterlagen per Email oder CD.

Hm. Ein Museum war für mich bisher was anderes. Dieses ist ja nur ein Businessmodell. Ein Marketing-Tool.

Oder hab ich da was nicht verstanden?

Nachtrag: Der Betreiber des Markenmuseums hat sich im Frostablog zu Wort gemeldet zu diesem Thema und hat mein Weltbild wieder gerade gerückt. Das Markenmuseum ist also doch ein Museum. :) Alles andere wäre auch schade gewesen, denn ich find das Angebot wirklich richtig klasse.

Allerdings empfehle ich, das auf der Website ein bisschen deutlicher heraus zu stellen, damit klarer wird, dass eben doch nicht jeder sich da einkaufen kann. Denn verstanden hab ich das immer noch nicht richtig. Zahlt denn nun auch Coca Cola 365 Euro im Jahr?

Kommentare:

Tja, man muss dem Kind nur den richtigen Namen geben und schon fliesst Geld oder auch nicht.
Zugegeben 1 Euro am Tag klingt nicht viel, aber über ein bis zwei Jahre oder noch länger summiert sich das.
Und ob sich das rechnet? Ausser natürlich, dass der eigenen Eitelkeit Genüge getan wird.

Wirklich ein zweifelhaftes Unternehmen. Ich interessiere mich für Markensoziologie, aber was ich da auf die Schnelle finde ... Stimmt, ich kenne auch viele Marken nicht. Ich hab seinerzeit mal in der Uni-Cafeteria den Markensoziologen Hellmann gefragt, wann eine Marke denn eine Marke ist (im markensoziologischen Sinne) und das war kaum zu beantworten, wenn ich mich recht entsinne. Ist auch eine No-Name-Marke eine? Zum Beispiel Handelsmarken wie “ja” oder “TIP”? Würde ich ja schon sagen, aber so einfach ist das alles nicht, man verbindet mit “Marke” ja doch eher Volkswagen, Meister Proper und Milka ...

Bezahlen, um ins Museum zu kommen? Nee. Aber das ist mit Designpreisen ja ähnlich. Wenn man da einen gewinnt, kann man für die automatisch folgende Ausstellung ganz schön löhnen. (Ich habe da früher mal in der Buchhaltung gearbeitet. ;-))
Zweifelhaft.

Der Betreiber hat sich im oben verlinkten Frosta-Eintrag zu Wort gemeldet.

Gruß, Manuel

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