Schönes Wortspiel?
Internet Expl-horror - Jens findet dieses Wortspiel gelungen. Und ich versteh mal wieder überhaupt nicht warum. Will jetzt nicht MS huldigen, keineswegs, aber ich surfe seit Jahr und Tag mit dem IE und kann nix Schlechtes oder gar Horrormäßiges daran finden. Nö. Läuft. Und läuft. Und läuft. Und bringt mich überall hin, wo ich hin will. So. Das musste auch mal gesagt werden. ;-)
“Die vollkommene Blüte ...
... ist selten. man kann sein ganzes Leben nach ihr suchen und es wäre kein verschwendetes Leben.”
So viel. So hoch. ... So weit.
So viel Schnee. So hohe Berge.

So viel Enthusiasmus und Begeisterung war zu spüren, als Tochter eins gestern von ihrem einwöchigen Snowboardkurs in der Schweiz zurück kam.
Und brachte ein Herz mit. Eines, das wärmt, wenn es einen mal friert ...
Mama, da ist es so schön. Da solltest du auch mal hin ...
Nachtrag: Gerade sehe ich, für Herzensdinge geht man in der Schweiz offenbar über die Grenze. Auf dem Herz aus der Schweiz steht - ganz unscheinbar und klein: Made in Germany. Tochter eins hat es also nicht ausgeführt, sondern nach Hause geholt. :-)
Psycho-Ei
Gerade entdecke ich ein neues Weblog: Informationen zum Themengebiet Psychosomatik und Psychotherapie. Na das passt ja, denke ich. Ich bin nämlich auch so ein Psycho-Ei, das mit irgendwelchen Symptomen reagiert, wenn das kleine Leben mal ein bisschen anstrengender wird. Wenn’s mal weh tut, dieses Leben oder wenn Dinge passieren, die man nicht ändern kann.
Damals, als die beste aller Schwiegermütter krank wurde, hatte ich dann plötzlich Schulterschmerzen. Nicht nur so ein Ziepen oder so - nein, schon heftige Schmerzen. Von Arzt zu Arzt bin ich gerannt, keiner wusste Rat. Bis sich einer die Zeit nahm, mit mir zu reden. Und der meinte dann: “Psychosomatisch. Sie kennen doch das Sprichwort: Die Last auf meinen Schultern tragen? Gehen Sie da durch. Wenn der Weg gegangen ist, werden ihre Schmerzen wieder verschwinden.” Ich hab ihn damals nicht ernst genommen. Wir gingen unseren Weg. Leider war er nicht lang. Er begann im November. Am 27. September war er zu Ende. Am 28. September bemerkte ich plötzlich: Ich merke meine Schulter nicht mehr ...
Ich bin Kulturmanagerin. Oder wie man das nennt. Auf jeden Fall ist meine Ursprungsprofession das Organisieren, Zusammenstellen und Planen von Kulturprogrammen. Ein Job, den ich damals beim Stadtverband Saarbrücken aufgeben musste, als wir umzogen. Dann hatte ich die Chance, hier in einer kleinen Gemeinde genau denselben Job (nur mit einem Bruchteil des Saarbrücker Etats) in einer Halbtagsstellung zu übernehmen. Ich stieg ein und ging auf in diesem Job. Es war beschissen bezahlt, aber das machte nichts. Es machte Spaß. Kleiner Haken: Nebenbei war ich selbstständig. TXT, you know…
Ich war also von 7.30 Uhr bis 12.30 Uhr im Kulturamt, raste zum Kindergarten, holte Kind 2 ab, Kind eins war schon in der Schule. Kochte schnell was zu Essen für die Kinder, während ich den AB abhörte und die Kunden zurückrief, die vormittags angerufen hatten. Nachmittags dann an den Schreibtisch und jede Nacht bis zwei, drei Uhr hier gesessen und Werbung und PR gemacht. Morgens um 7.30 Uhr dann wieder ins Kulturamt.
Ich hab einen extrem lieben Mann, der mir viel, SEHR viel abgenommen hat damals. Aber er ist halt tagsüber auch nicht da. Die Kinder aber schon… Irgendwann kam der Punkt - es ging so nicht weiter. Ich musste mich entscheiden. Kulturamt oder TXT.
Und mit dem Beginn dieses Entscheidungsprozesses waren auch die Atemprobleme da. Ich hab keine Luft mehr gekriegt. Also objektiv schon, sonst wäre ich ja erstickt. ;-) Aber subjektiv war dieses ständige Beklemmungsgefühl da. Ich hatte einfach das Gefühl, ich bin mit Sauerstoff unterversorgt. Und im Liegen gings gar nicht. Ich habe wochenlang sitzend geschlafen, weil ich im Liegen dachte, ich ersticke. Wieder von Arzt zu Arzt. Wochen - und monatelang. (Ja, ich hab ziemlich lange gebraucht, bis ich mich zur Kündigung durchgerungen hatte…) Bis ich wieder bei dem Arzt landete, der sich Zeit nimmt und redet. Und was sagt der: “Frau Mestmäcker, sie wissen doch, dass sie psychosomatisch reagieren. Das hatten wir doch schon mal. Die Situation, in der sie stecken, nimmt Ihnen die Luft zum Atmen. Sie müssen eine Entscheidung herbei führen, und es wird Ihnen besser gehen.”
Normalerweise hätte ich gesagt, der spinnt doch. Wenn da nicht die Erfahrung mit der Schulter gewesen wäre…
Drei Wochen später habe ich - unter Tränen zwar, aber ich hab’s getan - gekündigt. Glaubt es oder lasst es - an meinem ersten Kulturamtsfreien Tag konnte ich wieder atmen. Es ging mir wieder gut.
Vor etlichen Wochen: Schulterschmerzen. Heftige Schmerzen. Nachtigall, ick hör dir trapsen, dachte ich. Irgendwann waren die wieder weg. Und kamen wieder. Und gingen. Dann plötzlich: Atemnot. Die ein oder andere Nacht schon wieder mit höher gestelltem Bett geschlafen. Aber auch das ging wieder weg. Dafür juckt seit Wochen meine linke Armbeuge. Ich brauche alle Beherrschung, um mich nicht ständig zu kratzen. Lange war nichts zu sehen. Aber langsam geht es los. Die ersten Pusteln tauchen auf. Typische Stelle, typische Symptome. Neurodermitis mit 43. Ich könnte jetzt zum Hautarzt und mir irgendein Cortison-Präparat holen. Würde sicher die Symptome kurzfristig abstellen. Aber trotzdem nichts nützen. Sie kämen wieder.
Ich weiß, warum das jetzt auftritt. Ich weiß es ganz genau. Ich reagiere nun mal psychosomatisch auf schwierige Situationen. (Und - für Eingeweihte - ich meine nicht den Umzug.) Da hilft keine Cortison-Salbe. Ich weiß, ich muss diesen Weg bis zu seinem Ende gehen. Bis dahin werde ich mich blutig kratzen. Am Tag nachdem wir das Ziel auf unserem Weg erreicht haben, wird der Juckreiz verschwunden sein. Da bin ich ganz sicher. SEHR wichtig zu sagen ist mir auch: Ich kratz mich gerne viele Jahre lang ...
Trotzdem werde ich meinen Arzt aufsuchen. Denn dieses Mal interessiert mich seine sprichwörtliche Erklärung. Die Last auf seinen Schultern tragen, hatte gepasst. Auch: Das nimmt mir die Luft zum Atmen. Aber was ihm zum Juckreiz einfällt, da bin ich jetzt wirklich gespannt. Ich werde es euch wissen lassen.
Jetzt hab ich ganz schön viel geschrieben. Ist einfach so passiert. Vielleicht weil Melody mir gerade heute gemailt hat, ich schriebe eher viele kurze Einträge ;-), vielleicht aber auch, weil es einfach mal raus musste. Auf jeden Fall wollte ich eigentlich nur sagen: Ich bedauere, dass das neue Psychoei-Weblog keinen Feed bereit stellt. ;-)
Zerreißprobe
Familie Mestmäcker zieht um. Bald und endlich. Heute wird der Keller entrümpelt. Könnte fast ein Vergnügen sein. Man kann richtig reinhauen. Ich hab schon einige Kubikmeter Sperrmüll zusammengestellt. Den kompletten Spielkeller entmüllt, eingepackt und geleert. Zig mal treppauf, treppab, Müll sortiert, Tonnen gefüllt, Kisten gepackt. Schränke ausgewaschen. Währenddessen steht mein Mann in “seinem” Kellerraum und bereitet ebenfalls den Umzug vor. Tonnen von Papier. Schnellhefter mit Zetteln der letzten 20 Jahre. Ich hätte alles in eine Kiste gepackt und in den Altpapiercontainer geschmissen.
Und was macht er? Schreddern. Zettel für Zettel. Blatt für Blatt. Als würde sich irgendjemand in der Papierverbrennungsanlage für Seminarunterlagen der Universität Oldenburg aus dem Jahr 1982 oder so interessieren. Aber ist ja auch spannend, jedes Blatt noch einmal in die Hand zu nehmen und anzulesen, bevor man es vernichtet. Lesen bildet, heißt es schließlich. Mit jedem Mal, wo der Schredder erneut sein quälendes Zerreißgeheule ertönen lässt, schwillt mir mehr der Kamm.
Geplatzt bin ich allerdings erst, als er mit einem Zettel vor mir stand: “Brauchen wir die Klassenliste von Tochter eins aus dem zweiten Schuljahr (sie ist jetzt in der 7.) noch?”
Und dann musste ich erst mal hoch gehen. Lieber ein bisschen bloggen, als streiten. Ich liebe ihn natürlich trotzdem. Oder vielleicht auch gerade, weil er sich von nichts trennen kann. Auch nicht von mir. Selbst wenn ich mal ausraste. :-)
Smileys ersetzen keine Interpunktion
Zwiebelfisch widmet sich in acht Teilen der Email-Kommunikation.
Jens erteilt Lesebefehl. Ich hab ihn befolgt und gebe ihn begeistert weiter.
Kostenlose Hörbücher im mp3-Format
Gerade habe ich es bei jcompact gebloggt: Osterspaziergang mit Goethe. Empfehlung für Hörbuchfans.
Harry Rowohlt wird 60
Ein ZEIT-Interview mit Harry Rowohlt. Ich bin dem Lach-und Lesebefehl der writingwoman gefolgt und hab’s nicht bereut. Köstlich.
Kleiner Auszug gefällig?
ZEIT: Was mit Heide Simonis passiert ist, lässt Sie also völlig kalt.
Rowohlt: Nö. Ich würd schon gerne wissen, welche Ratte das war. Die müsste man dann, wie man in Hamburg sagt, leeeebenslänglich außem Fenster schmeißen. So geht’s ja nicht. Da ist wahrscheinlich irgendjemand mit seinen Hypotheken im Verzug oder so. Peter Harry Carstensen war irgendwie überhaupt nicht überrascht. Aber in Schleswig-Holstein weiß man nie so mit den Mienen ... Die Witwe Barschel hat nach dem Tod ihres Mannes dermaßen beseligt in alle Kameras geguckt, dass ich nicht weiß, ob nicht wirklich ein furchtbarer Druck von ihr abgefallen war oder ob sie einfach das falsche Gesicht gemacht hat vor Entsetzen. Aber die sah endlich mal richtig zufrieden aus. Kann ich gut verstehen.
Ich kann nur raten: Alles lesen!
Ach so.
Das erklärt einiges.
Über das Glück
Glück ist Einstellungssache, eine Attitüde - keine Sache, die man kreiieren oder kaufen kann.
Da hat Jochen Mai sicher Recht. Und auch mit den 10 Handlungsanweisungen für mehr Glück kann ich mich identifizieren. Allen voran die erste: Sei dankbar. Ja, das bin ich. Für so manches. Und weil ich für so viele Dinge dankbar sein kann, bin ich ein verdammt glücklicher Mensch. Was will man mehr?
(via: Moving Target)



