Sprache lebt

Wie schreibt man …? Hat sich da was geändert seit der NDR? Schrieb man das früher nicht anders? Es tut mir Leid oder es tut mir leid?

Immer schon gab es Zweifelsfälle in der deutschen Sprache. Spätestens seit der Rechtschreibreform ist vielleicht nicht die Sprache, aber doch die Rechtschreibung selbst zum Zweifelsfall geworden. Sprache ist lebendig und etwas Lebendes lässt sich nun mal nicht gerne und schon gar nicht gut in enge Regeln pressen. Das mag Paragraphenfreunden und Regelfans nicht gefallen, aber selbst der Duden trägt dem Rechnung.

Auch die allerneueste Auflage führt nach wie vor viele doppelte Versionen auf. So manches kann man so oder so schreiben. Und genau das ist gut so. Im Laufe der Jahre wird sich die ein oder andere Schreibweise durchsetzen. Und genau das ist dann die rechte Schreibung. :-)

Der Duden berücksichtigt dabei im Übrigen mehr als nur die festgesetzten Regeln. Auch der Volksmund oder die Fachsprachen kommen zu ihrem Recht. Beispiel: Weidmannsheil vs. Waidmannsheil. Duden urteilt: Das Substantiv wird ebenso wie die Zusammensetzungen im Allgemeinen mit ei geschrieben. Die Form mit ai ist in neuer Rechtschreibung jedoch auch korrekt. Die ai-Schreibweise wird fachsprachlich, also in der Sondersprache der Jäger, sogar bevorzugt, obwohl sie sprachgeschichtlich nicht begründet ist.

Das gefällt mir. Sprache lässt sich nun mal nicht immer in Paragraphen und Regeln pressen. Sprache lebt. Was mehrheitlich benutzt wird, ist eben richtig. Genau das ist der richtige Ansatz. Starre, mühsam erarbeitete Regelwerke sind nicht mehr Wert als das Papier, auf dem sie gedruckt sind, wenn die Menschen etwas anderes sprechen und schreiben.

Und deshalb gibt es wohl auch den den Duden, Bd. 9, das Wörterbuch der sprachlichen Zweifelsfälle – meine Texterbibel. Neben Textor selbstredend. Ohne die beiden läuft gar nix.

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